Mit großer Freude hat Landrat Reinhard Frank vor wenigen Tagen die Botschaft aufgenommen, dass der Main-Tauber-Kreis in Sachen Familienfreundlichkeit unter den „Top Zwölf“ der 439 Landkreise und kreisfreien Städte in Deutschland liegt. Dies ist Ergebnis einer Studie des Prognos-Instituts im Auftrag des Bundesfamilienministeriums und des Deutschen Industrie- und Handelskammertages. „Unser Abschneiden ist eine hervorragende Standort-Werbung“, sagt Frank. Familienfreundlichkeit sei ein Zukunftsfaktor und spiele eine große Rolle im „Wettbewerb um kluge Köpfe“. Wo Familien gut leben könnten, seien auch qualifizierte Fachkräfte leichter zu gewinnen.

Der „Familienatlas 2007“ zeigt detailliert die Situation von Familien in allen deutschen Kreisen und kreisfreien Städten auf. Im Bereich „Wohnsituation und Wohnumfeld“ hat der Main-Tauber-Kreis stark überdurchschnittlich abgeschnitten (Rang 24 von 439). Hier spielten als Indikatoren unter anderem die Erschwinglichkeit von Wohneigentum, die Entfernung zu Mittelzentren und die Frei- und Erholungsfläche je Einwohner eine Rolle.

Ebenfalls stark überdurchschnittlich wurde der Main-Tauber-Kreis im Feld „Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche“ bewertet (Rang 35). Indikatoren waren hier im Rahmen der Studie unter anderem die Zahl der Betreuungspersonen in der Jugendarbeit, die Teilhabe von Kindern und Jugendlichen in Sportvereinen oder der Anteil der Kinder und Jugendlichen, die eine Musikschule besuchen.

Als überdurchschnittlich gut gilt der Main-Tauber-Kreis hinsichtlich von Bildung und Ausbildung. Hier wurden in der Studie unter anderem die Zahl der Schüler pro Lehrer, durchschnittliche Klassengrößen und die erteilten Unterrichtsstunden je Schüler herangezogen.

Lediglich hinsichtlich der Vereinbarkeit von Familie und Beruf stuft die Studie den Main-Tauber-Kreis als unterdurchschnittlich ein. Als Indikatoren wurden hier die Chancengleichheit am Arbeitsmarkt, die Betreuungsquote unter dreijähriger Kinder und die Ganztagsbetreuungsquote im Kindergarten herangezogen. „Wir sind dabei, uns hier noch besser zu positionieren“, erläutert Landrat Frank. Gemeinsam mit den Städten und Gemeinden werde das Betreuungsangebot für Kleinkinder ausgebaut. Konnte 2005 erst für fünf Prozent der Kleinkinder ein solches Angebot gemacht werden, standen im März 2007 bereits für zwölf Prozent Betreuungsplätze zur Verfügung. Der Main-Tauber-Kreis hat hierzu den Tagesmütterverein gefördert und die Kooperation ausgebaut sowie die Städte und Gemeinden beraten.

Außerdem betont der Landrat, dass der Main-Tauber-Kreis ein sicherer Landkreis sei und dank des Netzwerks „Kommunale Kriminalprävention“ kompetent daran arbeite, noch sicherer zu werden. „Die Polizei ist hierbei ein verlässlicher und wichtiger Partner des Landkreises“, sagt Frank. Die Schulen stünden wohnortnah und mit genügend Lehrern zur Verfügung, die Wirtschaft sichere ein ausreichendes Angebot an Ausbildungsplätzen. „Außerdem arbeiten die Agentur für Arbeit und die Arbeitsgemeinschaft von Agentur und Kreis hervorragend, so dass die Jugendarbeitslosigkeit stark rückläufig ist und im September 2007 nur noch 2,6 Prozent betrug“, ergänzt Frank.

Bei den Freizeitangeboten spielten die Sportvereine und Musikschulen eine große Rolle. „Hierbei kommt uns zugute, dass wir seit Jahren die Vereinsarbeit finanziell und durch den Sportkreisjugendreferenten auch personell unterstützen. Auch die Investitionen der Städte und Gemeinden in die Musikschulen zahlen sich aus“, schließt Frank.